Rechtliche Rahmenbedingungen 

Die steuer- und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen für gemeinnützige Stiftungen im Kanton gehören zu den attraktivsten der Schweiz. Die rechtsfähige Stiftung ist in den Artikeln 80 bis 88 im Personenrecht des Schweizer Zivilgesetzbuchs (ZGB) geregelt. 

Weitere Informationen vermittelt das Zentrum für Stiftungsrecht an der Universität Zürich sowie von Dr. Thomas Sprecher verfasste Buch Stiftungsrecht in a nutshell.

Steuerbefreiung 

Der Kanton Zürich zeichnet sich durch ein fortschrittliches Stiftungsverständnis ihrer Steuerbehörde aus. Im Gegensatz zu anderen Kantonen dürfen gemeinnützige Stiftungen ihre Stiftungsrätinnen und -räte angemessen honorieren, was jährlich durch die Aufsichtsbehörde kontrolliert wird. Zudem ist es ihnen erlaubt, unabhängig von Thema und Ort auch im Ausland tätig zu sein, sofern diese Tätigkeiten aus schweizerischer gesamtgesellschaftlicher Sicht fördernswert erscheinen. Als einziger Standort der Schweiz ermöglicht der Kanton Zürich gemeinnützigen Stiftungen auch den Einsatz von unternehmerischen Fördermodellen. Somit können Stiftungen auch mittels Darlehen, zB an Social und Development Impact Bonds, Beteiligungen und Wandeldarlehen fördern.

Ein gemeinnütziger Zweck ist Voraussetzung für die Steuerbefreiung einer Stiftung. Gemeinnützig ist ein Zweck dann, wenn er im Allgemeininteresse liegt und das Gemeinwohl fördert, beispielsweise in den Bereichen der sozialen Fürsorge, Kunst und Kultur, Wissenschaft und Bildung, Entwicklungszusammenarbeit oder Umweltschutz. Wichtig ist dabei, dass der Empfängerkreis offen und nicht auf eine eng begrenzte Zahl von Personen beschränkt ist. Zudem darf kein Erwerbs- oder Selbsthilfezweck im Vordergrund der Stiftungsaktivitäten stehen.

Da sich eine gemeinnützige Stiftung nach schweizerischem Recht selbst gehört, ist ein Rückfluss des Vermögens an den Stifter oder die Stifterin grundsätzlich ausgeschlossen. Bei einer allfälligen Auflösung der Stiftung werden die restlichen Mittel deshalb auf eine andere gemeinnützige Organisation mit ähnlichem Zweck übertragen. 

Stiftungen ist es zudem verboten, die Erträge zurückzuhalten, um Kapital anzusammeln. Zwar kennt das Schweizer Recht keine sogenannte «pay-out rule», wie sie beispielsweise in Deutschland oder den USA üblich ist, wo Stiftungen verpflichtet sind, einen bestimmten Anteil der Erträge auszuschütten. Trotzdem sind Stiftungen in der Schweiz gehalten, die zur Verfügung stehenden Mittel laufend einzusetzen; andernfalls schreitet die Stiftungsaufsicht ein und es droht der Entzug der Steuerbefreiung.  

Stiftungsaufsicht 

Gemeinnützige Stiftungen unterstehen von Gesetzes wegen einer staatlichen Aufsicht. Je nach Ort und Reichweite ihrer Stiftungstätigkeit stehen Sie unter kommunaler, kantonaler oder eidgenössischer Stiftungsaufsicht. So werden national oder international tätige Stiftungen von der eidgenössischen Aufsicht kontrolliert, im Kanton Zürich tätige Stiftungen von der BVG- und Stiftungsaufsicht Zürich. Stiftungen sind dazu verpflichtet der Aufsicht jährlich einen revidierten Geschäftsbericht mit Anhang einzureichen.